Wie flexible Essgewohnheiten Gastronomie und Gemeinschaftsverpflegung verändern

Frühstück am Morgen, Mittagessen um zwölf und Abendessen am Abend: Dieses klassische Mahlzeitenmuster passt längst nicht mehr zu jedem Alltag. Flexible Arbeitszeiten, mobile Lebensstile und unterschiedliche Tagesrhythmen beeinflussen auch, wann, wo und wie gegessen wird.

Eine Entwicklung, die diesen Wandel beschreibt, ist Snackification. Dabei geht es um mehr als den kleinen Snack zwischendurch: Die Grenzen zwischen Hauptmahlzeit und Zwischenverpflegung verschwimmen. Kleinere Mahlzeiten ergänzen klassische Essenszeiten und lassen sich flexibel in den Tagesablauf integrieren.

Für Gastronomie und Gemeinschaftsverpflegung entstehen daraus neue Möglichkeiten – wenn das Angebot zu den eigenen Gästen und Abläufen passt.

Eine Gruppe von Behältern mit verschiedenen Lebensmitteln.
© Ella Olsson Unsplashed

Was steckt hinter Snackification

Wer bei Snacks zuerst an Schokoriegel, Chips oder Gebäck denkt, greift bei Snackification zu kurz. Im Mittelpunkt stehen vielmehr kleinere Mahlzeiten, die unkompliziert verfügbar sind und sich flexibel in unterschiedliche Tagesabläufe integrieren lassen.

Das können beispielsweise Bowls, Wraps, Sandwiches, kleinere warme Gerichte oder Gerichte im Mini-Format sein. Entscheidend ist dabei weniger eine bestimmte Speise als das Prinzip dahinter: Eine Mahlzeit muss nicht immer aus einem klassischen Hauptgericht bestehen und zu einer festen Uhrzeit gegessen werden.

Für Betriebe bedeutet das nicht, klassische Mahlzeiten zu ersetzen. Vielmehr können zusätzliche Angebote entstehen, die unterschiedliche Portionswünsche, Tageszeiten und Verzehrsituationen berücksichtigen.

Neue Verzehranlässe in der Gastronomie

Für gastronomische Betriebe bietet Snackification vor allem die Möglichkeit, zusätzliche Verzehranlässe anzusprechen.

Kleinere Portionen, Sharing-Angebote oder Gerichte zum Mitnehmen können das klassische Mittag- und Abendgeschäft ergänzen. So entstehen Angebote für den schnellen Lunch, den Hunger am Nachmittag oder für Gäste, die bewusst keine große Hauptmahlzeit möchten.

Dabei muss nicht für jedes Angebot ein völlig neues Gericht entstehen. Vielseitig einsetzbare Komponenten können in verschiedenen Gerichten und Portionsgrößen verwendet werden. Eine Fleisch- oder Gemüsekomponente kann beispielsweise Bestandteil eines Hauptgerichts sein und gleichzeitig für eine Bowl oder einen Wrap genutzt werden.

So lässt sich zusätzliche Vielfalt schaffen, ohne Einkauf, Lager und Vorbereitung unnötig komplex zu machen.

Mehr Flexibilität in der Gemeinschaftsverpflegung

Auch in der Gemeinschaftsverpflegung kann Snackification neue Möglichkeiten eröffnen – allerdings mit unterschiedlichen Anforderungen je nach Einrichtung.

In Betriebsrestaurants können flexible Arbeits- und Pausenzeiten dazu führen, dass nicht alle Beschäftigten zur klassischen Mittagszeit essen. Grab-and-go-Angebote, kleinere Mahlzeiten oder Zwischenverpflegung können das bestehende Angebot hier ergänzen. Auch bei Schichtarbeit können flexible Lösungen helfen, unterschiedliche Essenszeiten abzudecken.

In Kliniken, Pflegeeinrichtungen oder Schulen stehen dagegen andere Anforderungen im Mittelpunkt. Ernährungsphysiologische Vorgaben, Zielgruppen und bestehende Verpflegungskonzepte müssen berücksichtigt werden. Kleinere Mahlzeiten können auch hier eine Ergänzung darstellen, müssen jedoch zum jeweiligen Versorgungskonzept passen.

Mehr Verzehranlässe und unterschiedliche Portionsgrößen können schnell auch mehr Aufwand bei Einkauf, Lagerung, Vorbereitung und Ausgabe bedeuten. Snackification sollte deshalb nicht heißen, das bestehende Angebot einfach um möglichst viele zusätzliche Gerichte zu erweitern.

Stattdessen lohnt es sich, vorhandene Komponenten mehrfach zu denken. Zutaten und Produkte, die sich für verschiedene Gerichte und Portionsgrößen einsetzen lassen, können dabei helfen, mit einer überschaubaren Auswahl unterschiedliche Angebote zu schaffen.

Auch Convenience-Produkte können dort unterstützen, wo sie Arbeitsschritte vereinfachen, eine bedarfsgerechte Zubereitung ermöglichen oder für eine gleichbleibende Qualität sorgen.

Entscheidend ist dabei immer die tatsächliche Nachfrage: Zu welchen Zeiten entstehen zusätzliche Verzehranlässe? Welche Portionsgrößen wünschen sich die Gäste? Und wo besteht Bedarf für To-go, Zwischenverpflegung oder kleinere Mahlzeiten?

Mehr Auswahl muss nicht mehr Komplexität bedeuten

Ein Teller mit Churros und Sauce
© Nadin Sh - pexels.com

Snackification praktisch umsetzen: aus Komponenten werden neue Angebote

Für ein flexibles Snackangebot braucht es nicht zwangsläufig viele zusätzliche Produkte. Vielmehr kommt es darauf an, Komponenten auszuwählen, die sich vielseitig einsetzen und miteinander kombinieren lassen.

Bowls: Eine Basis aus Getreide, Reis oder Salat lässt sich mit Gemüse, Falafel, Fleisch- oder Fischkomponenten, Toppings und verschiedenen Saucen immer wieder neu kombinieren.

Wraps und Sandwiches: Unterschiedliche Füllungen machen sie zu einer unkomplizierten Option für kleinere Mahlzeiten und To-go-Angebote. Viele Komponenten können gleichzeitig für andere Gerichte eingesetzt werden.

Fingerfood und Sharing: Falafel, kleine Fleisch- oder Gemüsekomponenten, Dips und weitere Kleinigkeiten lassen sich einzeln anbieten oder zu einem abwechslungsreichen Sharing-Angebot kombinieren.

Kleine warme Mahlzeiten: Auch bekannte Gerichte können im kleineren Format Teil eines Snackkonzepts werden – beispielsweise Suppen, Pasta, Loaded Fries oder kleinere Portionen klassischer Gerichte.

Gerade vielseitig einsetzbare Produkte können dabei helfen, verschiedene Angebote mit einer überschaubaren Anzahl an Komponenten umzusetzen. So entsteht Abwechslung für die Gäste, während Einkauf, Lagerhaltung und Küchenabläufe planbar bleiben.

Passende Produkte für Ihr Snackangebot

Salatbowl Falafel 250g ohne Dressing 2 TAGE VB TÖPFER 7005640
Art-Nr.: 311029
TK Veg.Mini Wraps Pulled Jackfruit vegan gegart SALOMON FoodWorld
Art-Nr.: 123823
TK Pinsa Snack Margherita 170g
Art-Nr.: 314766
TK Straight Churros AVIKO
Art-Nr.: 118466

Snackification passend zum eigenen Betrieb umsetzen

Snackification ist kein Konzept, das sich auf jeden Betrieb gleichermaßen übertragen lässt. Ein Restaurant mit klassischem Abendgeschäft hat andere Voraussetzungen als ein Betriebsrestaurant mit flexiblen Arbeitszeiten oder eine Einrichtung mit festen Verpflegungsstrukturen.

Entscheidend ist deshalb nicht, möglichst viele neue Snackangebote zu schaffen, sondern die passenden Verzehranlässe im eigenen Betrieb zu erkennen. Wo wünschen sich Gäste mehr Flexibilität? Welche Angebote ergänzen das bestehende Konzept sinnvoll? Und welche Produkte und Komponenten lassen sich in die vorhandenen Abläufe integrieren?

Snackification bedeutet damit nicht das Ende der klassischen Hauptmahlzeit. Vielmehr erweitert der Trend die Möglichkeiten, wann, wie und in welcher Größe Mahlzeiten angeboten werden können.

Wer die Bedürfnisse der eigenen Gäste und die Abläufe in der Küche gemeinsam betrachtet, kann daraus ein Snackangebot entwickeln, das nicht nur zeitgemäß, sondern auch praktisch umsetzbar ist.

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Snackification